X-Style: der neue Freestyle-Wettbewerb
Am Samstag, den 11. Mai 2013, lief bei Eurocycle 2013 in Langenthal erstmals ein neues Freestyle-Format namens “X-Style”. Im Rückblick war es eine der bemerkenswertesten Neuerungen dieser Ausgabe der Einrad Europameisterschaft Langenthal. Entwickelt hatten es Thomas Gossmann und ein Mitstreiter namens Felix, zunächst unabhängig vom offiziellen Programm der Veranstaltung.
Aufnahme ins Hauptprogramm
Matthias Gauler, der künstlerische Organisator von Eurocycle 2013, nahm das Format dennoch kurzfristig ins offizielle Programm auf. Er stellte dafür sogar einen Hauptzeit-Slot zur Verfügung: zwei Blöcke, um 17.30 und um 20.00 Uhr am Samstagabend. Diese Platzierung im Hauptprogramm zeigt, wie ernst die Organisatoren den neuen Wettbewerb nahmen, obwohl er erst kurz vor der Veranstaltung dazukam. Ein Format ohne etablierte Tradition bekam damit denselben Zeitrang wie die längst eingeführten Disziplinen der Meisterschaft.
Format und Ablauf des Freestyle-Wettbewerbs
Das Prinzip von X-Style war ungewöhnlich für einen Einrad-Freestyle-Wettbewerb. Drei Regeln bestimmten den Ablauf:
- Zwei Minuten pro Fahrer: eine feste Zeit für jeden Startenden
- Einzeltricks statt Kür: möglichst Schwieriges, nicht eine durchkomponierte Kür
- Stürze zählten nicht: Absitzer flossen ausdrücklich nicht in die Wertung
Riskante Tricks liessen sich so ohne Punkteabzug versuchen. Damit unterschied sich X-Style deutlich von den klassischen künstlerischen Wettbewerben der Einrad-Europameisterschaft. Dort wird eine komponierte Kür über mehrere Elemente bewertet, nicht einzelne Tricks ohne Choreografie.
Bewertung und Verbreitung des Formats
Eine weitere Besonderheit prägte X-Style: Jeder Teilnehmer war gleichzeitig Fahrer und Jury. Diese Konstruktion stellte Kreativität vor Perfektion. Sie unterschied X-Style deutlich von traditionellen, streng bewerteten Freestyle-Formaten, bei denen eine externe Jury Punkte vergibt. Wer selbst über die eigene Vorführung mitentscheidet, verzichtet auf eine unabhängige Bewertung von aussen, gewinnt dafür aber Freiraum für ungewöhnliche Tricks.
Das Format lief im selben Jahr 2013 auch beim Deutschen Turnfest, einem der grössten Sport- und Turnfeste Europas. Es war zudem für die NAUCC in Nordamerika vorgesehen, die dortige Unicycling-Convention samt Meisterschaften. Diese parallele Verbreitung deutet darauf hin, dass X-Style über Eurocycle 2013 hinaus auf Interesse stiess. Es war kein einmaliges lokales Experiment in Langenthal.
X-Style neben dem klassierten Freestyle
Am Tag vor X-Style lief in Langenthal der reguläre Freestyle-Wettbewerb. Die offiziellen Ranglisten dazu sind auf Freitag, den 10. Mai 2013, datiert. Gewertet wurde in neun Klassen von U13 bis Expert, jeweils getrennt nach Frauen und Männern. Neben den Einzelküren gab es eigene Wertungen für Paare und für Gruppen.
Dieser Aufbau macht den Unterschied zu X-Style deutlich. Der klassierte Wettbewerb sortiert die Fahrenden nach Alter und Können, bevor überhaupt eine Kür beginnt. X-Style kannte am Samstag keine solche Einteilung. Alle Startenden traten im selben Block an, unabhängig von Alter oder Erfahrung, und die zwei Minuten galten für jeden gleich.
Auch die Herkunft der Teilnehmenden zeigt den Rahmen der Veranstaltung. Die Ranglisten des Freestyle-Wettbewerbs führen Fahrende aus Deutschland, der Schweiz, Italien und Japan. In der Expert-Klasse der Männer kam eine separate internationale Wertung hinzu. Vor diesem international besetzten Feld lief X-Style am Abend als offenes Gegenstück zur gewerteten Kür.
X-Style im Kontext der Einrad-EM 2013
X-Style war 2013 ein Nebenwettbewerb neben den etablierten Disziplinen der Einrad-Europameisterschaft. Trotzdem sind seine Regeln, Zeiten und Organisatoren gut dokumentiert geblieben, anders als bei manch spontan improvisierter Zusatzattraktion. Diese Dokumentation macht X-Style zu einem nachvollziehbaren Teil der Eurocycle-2013-Geschichte, nicht zu einer Fussnote ohne belastbare Fakten.
Neben X-Style veröffentlichte Eurocycle 2013 auch eigene Resultate zum Einradhockey-Finale und zu einem Cross-Country-Rennen. Diese Ergebnisse sind auf der Hauptseite zur Einrad Europameisterschaft Langenthal zusammengefasst, zusammen mit der Geschichte der gesamten Veranstaltungsreihe seit 1993. Wer sich allgemein für Schweizer Radsport-Themen interessiert, findet dort einen Überblick über die einzelnen Disziplinen.
Häufig gestellte Fragen
Was war X-Style bei Eurocycle 2013?
X-Style war ein neuer Freestyle-Wettbewerb, der am Samstag, den 11. Mai 2013, erstmals bei einer Eurocycle-Veranstaltung lief. Jeder Fahrer erhielt zwei Minuten, um möglichst schwierige Einzeltricks zu zeigen, statt einer durchkomponierten Kür. Stürze und Absitzer wurden dabei ausdrücklich nicht gewertet, was Mut zu schwierigen Tricks förderte statt reiner Fehlervermeidung.
Wer organisierte X-Style?
Entwickelt wurde X-Style von Thomas Gossmann und einem Mitstreiter namens Felix. Matthias Gauler, der künstlerische Organisator von Eurocycle 2013, nahm das Format kurzfristig ins Programm auf. Er stellte dafür sogar einen Hauptzeit-Slot zur Verfügung, aufgeteilt in zwei Blöcke um 17.30 und um 20.00 Uhr am Samstagabend.
Gibt es Ergebnisse zum Cross-Country-Rennen 2013?
Die ursprüngliche Eurocycle-2013-Website veröffentlichte eigene Ergebnisdateien zum Cross-Country-Rennen unter dem Pfad resultate/results_xc.pdf. Das belegt echte publizierte Resultate, nicht nur eine Ankündigungsseite. Einer polnischen Zirkuskünste-Community zufolge gewann ein Fahrer namens Maksym Siegieńczuk das Rennen trotz eines Sturzes während des Laufs. Unabhängig liess sich das aber nicht bestätigen.
Wer bewertete die Vorführungen bei X-Style?
Bei X-Style war jeder Teilnehmer gleichzeitig Fahrer und Jury, statt einer externen Bewertung wie bei klassischen Freestyle-Wettbewerben. Diese Konstruktion stellte Kreativität vor Perfektion und gab Fahrern Freiraum für riskante Tricks. Stürze und Absitzer flossen ausdrücklich nicht in die Wertung ein. Eine unabhängige Aussenbewertung fehlte dadurch bewusst.
Lief X-Style auch ausserhalb von Eurocycle 2013?
Ja, dasselbe Format lief 2013 auch beim Deutschen Turnfest, einem der grössten Sport- und Turnfeste Europas. Es war zudem für die NAUCC in Nordamerika vorgesehen, die dortige Unicycling-Convention samt Meisterschaften. Das deutet auf echtes Interesse über Langenthal hinaus hin, nicht nur ein lokales Experiment.