Wer über vier oder mehr Stunden im Sattel sitzt, kämpft nicht nur gegen die Konkurrenz. Er kämpft auch gegen den eigenen Stoffwechsel. Der Körper speichert Glykogen für ungefähr neunzig bis hundertzwanzig Minuten intensiver Belastung. Danach droht der klassische Hungerast. Genau diese Ernährungsstrategie Radsport Rennen-Frage entscheidet oft über Sieg oder Hungerast, nicht die reine Beinkraft allein. Eine gute Ernährungsstrategie Radsport-Planung beginnt deshalb nicht erst am Start, sondern 36 bis 48 Stunden davor, mit gezieltem Carboloading.

Ernährungsstrategie Radsport: Carboloading

Während des Rennens gilt eine einfache Faustregel für Kohlenhydrate Radsport pro Stunde: 60 bis 90 Gramm. Idealerweise kommt ein Mix aus Glukose und Fruktose zum Einsatz, im Verhältnis von etwa zwei zu eins. Dieser Mix erlaubt es dem Darm, mehr Energie gleichzeitig aufzunehmen als reiner Traubenzucker allein. Profiteams trainieren diese Darmaufnahme genauso systematisch wie die Beine. Ein Fahrer, der seinen Darm nicht auf diese Menge trainiert hat, merkt das früh. Er bekommt in der dritten Stunde eher Bauchschmerzen als zusätzliche Wattzahlen.

Carboloading vor dem Renntag

Carboloading selbst beginnt lange vor dem Startschuss. Wer erst am Renntag beginnt, Kohlenhydrate gezielt aufzustocken, füllt die Speicher nur unvollständig. Die richtige Ernährungsstrategie Radsport-Vorbereitung setzt deshalb bereits am Tag vor dem Rennen an, mit einer deutlich erhöhten Kohlenhydratzufuhr über mehrere Mahlzeiten verteilt. Wer diese Kohlenhydrate Radsport pro Stunde-Rechnung schon im Training übt, kennt sich am Renntag aus. Er weiss genau, wie viele Gele oder Riegel pro Stunde nötig sind.

Auch die Art der Kohlenhydrate und ihre Reihenfolge spielen eine Rolle:

  • Feste Riegel: früh im Rennen und in ruhigeren Rennphasen
  • Gele: für Abschnitte mit hoher Intensität, ohne Zeit zum Kauen
  • Flüssignahrung: später, wenn der Magen empfindlicher reagiert

Wer diese Formen im Training kombiniert, findet die eigene Verträglichkeitsgrenze, bevor sie im Rennen überschritten wird.

Die Renndistanzen, auf die sich diese Werte beziehen, stehen im Kalender des nationalen Verbands Swiss Cycling.

Illustration: Übergabe eines Verpflegungsbeutels an einen vorbeifahrenden Fahrer

Kohlenhydrate im Rennen: früher und heute

Noch in den 1980er-Jahren bestand die Rennverpflegung oft aus Weissbrot und gesüsstem Tee aus der Feldflasche. Fahrer verliessen sich dabei vor allem auf Erfahrung und Bauchgefühl, kaum auf feste Zahlen. Die heutige Gel-Individualisierung mit Elektrolyt-Fahrplänen wäre den Fahrern von damals vermutlich fremd vorgekommen. So weit hat sich das Feld seither professionalisiert. Diese Entwicklung zeigt, wie sehr sich Ernährungsstrategie Radsport-Planung von reiner Intuition zu einer exakten Wissenschaft gewandelt hat.

Ernährung als Teil der Rennanalyse

Ernährung entscheidet auch darüber, wer eine Attacke im letzten Renndrittel überhaupt noch beantworten kann. Ein leerer Tank macht aus dem stärksten Bergfahrer einen blossen Mitläufer. Wer eine Ernährungsstrategie Radsport Rennen-Planung frühzeitig angeht, vermeidet den Hungerast im entscheidenden Moment und bleibt bis zum Ziel handlungsfähig. Genau deshalb gehört Ernährung in jede seriöse Rennanalyse, nicht nur ins Trainingslager der Vorsaison.

Rennrad versus Mountainbike: die Rechnung

Beim Mountainbike verschiebt sich die Rechnung leicht. Kürzere, aber intensivere Belastungsspitzen brauchen weniger Gesamtvolumen, dafür eine schnellere Verfügbarkeit der Energie. Rennradfahrer auf langen Etappen brauchen dagegen grosse Kohlenhydratmengen über viele Stunden hinweg, mit gleichmässigerem, aber deutlich länger andauerndem Energiebedarf über die gesamte Distanz. Wer beide Disziplinen fährt, braucht daher zwei unterschiedliche Ernährungspläne, nicht nur zwei unterschiedliche Trainingspläne. Ein Plan, der nur für lange Rennrad-Etappen ausgelegt ist, passt selten eins zu eins auf ein kurzes, intensives Mountainbike-Rennen.

Hitze und Flüssigkeitsbedarf

Hitze verändert die Rechnung zusätzlich. Bei Etappen über 30 Grad steigt der Flüssigkeitsbedarf spürbar. Teams stellen deshalb an jeder Verpflegungszone gezielt kühlende Getränke und zusätzliche Natrium-Dosen bereit. Wer diesen Mehrbedarf ignoriert, verliert Leistung und riskiert echte Krämpfe kurz vor der entscheidenden Rennphase. Gerade an heissen Bergetappen der Tour de Suisse entscheidet dieser Punkt oft genauso viel wie die reine Beinkraft. Wind und Luftfeuchtigkeit verschärfen das Problem zusätzlich. Schweiss verdunstet dann schlechter, und der Körper kühlt spürbar langsamer ab als an einem trockenen, windigen Renntag.

Eine durchdachte Ernährungsstrategie Radsport-Rennen bleibt deshalb kein Nebenschauplatz. Sie steht gleichrangig neben der Leistungsdiagnostik, weil ein leerer Tank selbst die beste FTP-Kurve wertlos macht. Wer beide Bausteine zusammen plant, reduziert das Risiko eines Einbruchs deutlich, egal wie hart die Konkurrenz an diesem Tag fährt. Zurück zum Radsport-Taktik-Hub führt zu den anderen drei Bausteinen: Leistungsdiagnostik, Teamtaktik und Rennanalyse.