Das Tissot Velodrome Grenchen ist die einzige 250-Meter-Bahn der Schweiz nach UCI-Norm. Seit der Eröffnung 2013 ist die Halle im Kanton Solothurn Schauplatz nationaler Meisterschaften, internationaler Meetings und mehrerer Weltrekorde im Bahnradsport. Diese Seite zeigt die Geschichte des Tissot Velodrome Grenchen, seine wichtigsten Rekorde und was Besucher vor Ort erwartet.

Tissot Velodrome Grenchen: Geschichte

Die Tissot Velodrome Grenchen Geschichte lässt sich an drei Daten festmachen:

  • April 2012: Spatenstich und Baubeginn in Grenchen
  • 23. Juli 2013: offizielle Eröffnung nach gut einem Jahr Bauzeit
  • Dezember 2016: Umbenennung von Velodrome Suisse in Tissot Velodrome

Die Gesamtkosten von rund 17 Millionen Franken kamen aus einer Mischung öffentlicher und privater Mittel. Den Namen gab ab 2016 der Uhrenhersteller Tissot. Ältere Presseberichte nennen deshalb manchmal noch den ursprünglichen Namen Velodrome Suisse.

Bauweise der 250-Meter-Bahn

Die Bahn selbst lässt sich in wenigen Kennzahlen beschreiben:

  • Länge: 250 Meter
  • Breite: 7 Meter
  • Belag: sibirische Fichte
  • Kurvenneigung: bis zu 46 Grad
  • Höhenunterschied: rund 7 Meter zwischen Innen- und Aussenbahn

Diese Steilkurven verlangen von Fahrern viel Erfahrung, da Tempo und Fliehkraft dort deutlich stärker wirken als auf einer flachen Bahn.

Wer die Bahn zum ersten Mal befährt, braucht meist mehrere Trainingseinheiten, um sich an die Neigung zu gewöhnen. Rund 1800 Zuschauer finden in der Halle Platz, verteilt auf Tribünen entlang der gesamten Bahn.

Nach UCI-Standard gebaut, erfüllt die Anlage alle Voraussetzungen für internationale Wettkämpfe, von nationalen Meisterschaften bis zu Europameisterschaften. Wer die vollständige Tissot Velodrome Grenchen Geschichte nachlesen möchte, findet hier Eröffnungsdatum, Bauzeit und Namenswechsel im Überblick. Auch die Baukosten und die technischen Details der Bahn gehören fest zu dieser Geschichte.

Illustration: Leere Radrennbahn mit hellen Bahnbrettern, roter Messlinie und Dachbindern

Rekorde im Tissot Velodrome Grenchen

Mehrere Tissot Velodrome Weltrekorde stammen aus den Jahren 2014 und 2015. Jens Voigt verbesserte 2014 den Stunden-Weltrekord auf 51,110 Kilometer. Nur wenige Monate später steigerte der Australier Rohan Dennis die Marke auf 52,491 Kilometer.

Stundenrekorde der Frauen in Grenchen

Bei den Frauen fuhr Joss Lowden im September 2021 einen Weltrekord über 48,405 Kilometer. Ellen van Dijk verbesserte die Bestmarke im Mai 2022 auf 49,254 Kilometer. Diese Rekorde sind kein Zufall: Die Halle bietet konstante Bedingungen ohne Wind- und Temperaturschwankungen, ideal für Höchstleistungen über eine volle Stunde. Genaue Zahlen zu jedem Rekord halten die offiziellen UCI-Ranglisten fest.

Solche Tissot Velodrome Weltrekorde entstehen selten zufällig. Fahrer planen ihre Rekordversuche meist über Monate, mit eigens abgestimmter Ernährung, Material und Renntaktik. Auch das Wetter draussen spielt dabei keine Rolle mehr, da die Halle ganzjährig gleiche Bedingungen bietet.

Warum Grenchen für den Bahnradsport zählt

Die Schweiz hat keine zweite Halle dieser Grösse und Normkonformität für Bahnradsport. Jeder Fahrer mit nationalen Ambitionen im Bahnradsport kommt an Grenchen praktisch nicht vorbei. Auch ausländische Nationalteams reisen regelmässig für Trainingslager an, da die Halle nach UCI-Standard gebaut ist und internationale Wettkämpfe ermöglicht.

Neben Meisterschaften und Weltrekordversuchen findet in Grenchen zudem ein 24-Stunden-Bahnrennen für Hobbyfahrer statt, bei dem Amateurteams die Nacht durchfahren. Ein ungewöhnlicher Kontrast zur sonstigen Elite-Nutzung derselben Bahn, aber ein Beleg dafür, wie vielseitig die Anlage tatsächlich bespielt wird. Wer mehr über die Disziplinen und Meisterschaften erfahren will, die in dieser Halle ausgetragen werden, findet Details auf der Disziplinen-Seite.

Als Zuschauer vor Ort: Tickets und Anreise

Das Tissot Velodrome ist öffentlich zugänglich, sowohl für Trainingsbesuche als auch für Wettkampf-Events. Bei grossen Meetings wie der Tissot Track Night oder Sixday Grenchen gibt es Tickets über die jeweiligen Veranstalter. Kapazität und Preise variieren je nach Event, ein früher Blick auf die Verfügbarkeit lohnt sich.

Anreise und Sicht auf die Bahn

Die Bahnmasse und den Veranstaltungskalender dokumentiert der Betreiber der Halle, die Normen für 250-Meter-Bahnen der Weltverband UCI.

Grenchen liegt an der Bahnlinie zwischen Biel/Bienne und Solothurn und ist mit dem Zug gut erreichbar. Die Halle selbst ist kompakt, Zuschauer sitzen nah an der Bande, oft nur wenige Meter von den Fahrern entfernt. Das Tempo auf der Steilkurve wirkt aus dieser Nähe deutlich intensiver als im Fernsehen.

Wer zum ersten Mal ein Bahn-Meeting besucht, sollte sich auf ein dichtes Programm einstellen. Mehrere Disziplinen wechseln sich innerhalb weniger Stunden ab, oft mit Musik und Moderation zwischen den Läufen. Das unterscheidet ein Bahn-Meeting von einem klassischen Strassenrennen, bei dem Zuschauer die Fahrer oft nur für Sekunden sehen. Am besten kommt man früh und sichert sich einen Platz nah an der Steilkurve. Wer bis zum letzten Lauf bleibt, erlebt oft die spannendste Phase, denn gerade das Omnium entscheidet sich häufig erst in der Schlussphase.